care-comm-Marketing-Tipp 5: Aktionen zum Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai

2. Mai 2011

Berufe in der Kranken- und Altenpflege gelten als unattraktiv und unterbezahlt, die Pflege hat ein Imageproblem. Deshalb sollten die Akteure in der Pflege für ihren Berufstand werben, selbstbewusst Einblick geben in ihre Arbeit, aufklären, einladen, zum Mitmachen aktivieren.

Welcher Tag im Jahr wäre wohl besser dafür geeignet als der Internationale Tag der Pflege? Seit 1967 findet er am 12. Mai statt, dem Geburtstag der britischen Krankenschwester Florence Nightingale.

Anlässe schaffen für Kontakte mit alten Menschen

Um junge Menschen für Pflegeberufe zu begeistern, muss man aktiv und kreativ werden. Jugendliche haben heute kaum Berührungspunkte mit Menschen, die im Alter ihrer Großeltern sind. Dass anderen zu helfen zwar anstrengend ist, die Freude und Dankbarkeit derjenigen, denen man hilft, aber auch Balsam für die eigene Seele sein kann – diese Erfahrung machen viel zu wenige in diesem Alter. Für den ein oder anderen kann sie zur Initialzündung für den späteren Berufswunsch werden.

Solche Schlüsselerlebnisse zu fördern, sollte daher auch das eigentliche Ziel aller Aktivitäten sein, die ein Pflegeunternehmen im Bereich „Jugendarbeit“ unternimmt. Der Weg führt dabei über

  • die Pädagogen in Schulen
  • die Jugendleiter in örtlichen Vereinen, in Jugendzentren und Mehrgenerationenhäusern, in Jugendgruppen von christlichen Gemeinden und bei Pfadfindern.

Knüpfen Sie Kontakte zu Lehrern und Jugendleitern und

  • bieten Sie eine Informationsstunde in Klassen oder Jugendgruppen zum Tag der Pflege an
  • laden Sie eine Klasse/Gruppe an diesem Tag in Ihre Einrichtung ein
  • regen Sie Unterrichtsprojekte und Themen für Projektwochen an.

Ehrenamtlich angelegte Projekte eignen sich besonders, das Interesse bei Jugendlichen zu wecken. Schlagen Sie vor, interessierte Schüler oder Klassen über einen bestimmten Zeitraum daran teilnehmen zu lassen. Das können Initiativen sein wie

  • Besuchsdienste
  • Vorlesen
  • Spazierengehen
  • Erzählnachmittage mit Zeitzeugen
  • PC-Kurse für Senioren

Ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen, die hier ihre Unterstützung, Mitarbeit  oder Begleitung anbietet, werden schnell zur Anlaufstelle für weitere Kollegen. Signalisieren Sie, dass Sie für interessierte Schüler Praktikumsplätze freizuhalten, wird auch Anfragen erhalten. Ob man die Pflegepraktikanten dann für eine spätere Ausbildung gewinnen kann, ist zwar nicht garantiert. Wichtig aber ist doch, dass Sie aktiv etwas für die Attraktivität Ihres Berufstandes getan haben.

Sozial engagierte Jugendliche finden

Besonders offen für soziale Projekte sind Jugendliche, die sich ohnehin gerne engagieren. Sie finden solche beispielsweise bei

  • Jugendgruppen (kirchlichen und freien) oder auch bei den Pfadfindern. Sie fühlen sich der Einhaltung besonderer Werte verpflichtet: zu helfen und sich für andere einzusetzen gehört dazu. Mit entsprechenden Angeboten für gemeinsame Aktionen ist man deshalb willkommen. Geschult durch viele Jahre Jugendarbeit ist bei den Älteren unter ihnen die Bereitschaft hoch, später einen sozialen Beruf zu ergreifen.
  • Vereinen: In Sport- und Musikvereinen oder bei der freiwilligen Feuerwehr ist es üblich, dass sich ihre Mitglieder besonders für örtliche Sozialprojekte engagieren: tatkräftig z.B. renovieren oder entrümpeln oder Geld sammeln für einen guten Zweck. Warum regen Sie also nicht auch mal ein entsprechendes Altenhilfe-Projekt an?

Und ganz nebenbei profitieren Sie von einem zusätzlichen PR-Effekt: Denn alle, mit denen Sie auf diese Weise in Kontakt kommen, machen als Multiplikatoren Ihr Pflegeangebot bekannter!

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Neue Ideen für die Altenpflege: Demenzbeschäftigung mit Filmen

18. November 2010

Ein bisschen frischen Wind kann die Altenpflege in Deutschland gut vertragen. Und dafür sorgen immer öfter verschiedene Initiativen der Nachwuchsförderung oder die jungen Altenpfleger/n/innen selbst. Solche erfrischenden Brisen können aber auch aus ganz anderen Ecken kommen.

Denn so manche zwischen 25 und 45 erleben die Pflegebedürftigkeit der Eltern oder die Demenzerkrankung der Großeltern hautnah, erkennen die Defizite und Nöte in der Betreuung, möchten helfen oder etwas verändern im Umgang mit Alzheimer und Demenz in unserer Gesellschaft. Zum Beispiel:

Stefan Krastel, der sich nach seinem „Marsch nach Berlin“ im Vorstand der „Interessenvertretung begleitender Angehöriger und Freunde e.V. wir pflegen“ engagiert. Der Friseur hat durch die Pflege seiner Mutter sein Laden aufgeben müssen, alle Ersparnisse aufgebraucht und lebt heute von Hartz IV.

Martin Bollinger, der das Projekt Laternenträger initiert hat. Die Wegbegleiter bei erkranktem Geist wie sie sich selbst nennen,  wollen tagsüber ihre demenzkranken Gäste im Alltagshaus versorgen und daraus ein Franchise-Konzept machen. Der examinierte Altenpfleger versorgte jahrelang seine pflegebedürftige Mutter

Oder Sophie Rosentreter, die Filme für demenzkranke Menschen produziert. Nach dem Tod ihrer Großmutter, die an Demenz gelitten hatte, entwickelte sie ein Beschäftigungskonzept, das auf Filmen für demenzkranke Menschen beruht. Zu den DVD-Filmen gibt es Begleitmaterial, Anleitungen und Produkte, die eine “interaktive” Beschäftigung ermöglichen (Ilses weite Welt).

Die ehemalige MTV-Moderatorin hat das Konzept mit Demenzexperten wie dem Gerontologen Dr. Jens Bruder, der Ergotherapeutin Gudrun Schaade und dem Musiktherapeuten Jan Sonntag entwickelt und in Einrichtungen getestet.

Über das interessante Projekt habe ich einen Beitrag im Autorenportal suite101 verfasst. Er wurde, weil das Thema offenbar auf besonders großes Interesse stößt, nun zusätzlich mit einer Empfehlung der Redaktion ausgezeichnet.

Zu den Filmen auf DVD gibt es Begleitmappen, die es ermöglichen, sich mit den Themen weiter zu beschäftigen. Die Anleitungen dazu sind so konzipiert, dass auch Menschen ohne Vorkenntnisse im Umgang mit demenzkranken Menschen es anwenden können. Damit eignet es sich vor allem auch für den Einsatz im ehrenamtlichen Bereich, in Betreuungsgruppen und in Tagespflegegruppen.