Neue Ideen für die Altenpflege: Demenzbeschäftigung mit Filmen

18. November 2010

Ein bisschen frischen Wind kann die Altenpflege in Deutschland gut vertragen. Und dafür sorgen immer öfter verschiedene Initiativen der Nachwuchsförderung oder die jungen Altenpfleger/n/innen selbst. Solche erfrischenden Brisen können aber auch aus ganz anderen Ecken kommen.

Denn so manche zwischen 25 und 45 erleben die Pflegebedürftigkeit der Eltern oder die Demenzerkrankung der Großeltern hautnah, erkennen die Defizite und Nöte in der Betreuung, möchten helfen oder etwas verändern im Umgang mit Alzheimer und Demenz in unserer Gesellschaft. Zum Beispiel:

Stefan Krastel, der sich nach seinem „Marsch nach Berlin“ im Vorstand der „Interessenvertretung begleitender Angehöriger und Freunde e.V. wir pflegen“ engagiert. Der Friseur hat durch die Pflege seiner Mutter sein Laden aufgeben müssen, alle Ersparnisse aufgebraucht und lebt heute von Hartz IV.

Martin Bollinger, der das Projekt Laternenträger initiert hat. Die Wegbegleiter bei erkranktem Geist wie sie sich selbst nennen,  wollen tagsüber ihre demenzkranken Gäste im Alltagshaus versorgen und daraus ein Franchise-Konzept machen. Der examinierte Altenpfleger versorgte jahrelang seine pflegebedürftige Mutter

Oder Sophie Rosentreter, die Filme für demenzkranke Menschen produziert. Nach dem Tod ihrer Großmutter, die an Demenz gelitten hatte, entwickelte sie ein Beschäftigungskonzept, das auf Filmen für demenzkranke Menschen beruht. Zu den DVD-Filmen gibt es Begleitmaterial, Anleitungen und Produkte, die eine “interaktive” Beschäftigung ermöglichen (Ilses weite Welt).

Die ehemalige MTV-Moderatorin hat das Konzept mit Demenzexperten wie dem Gerontologen Dr. Jens Bruder, der Ergotherapeutin Gudrun Schaade und dem Musiktherapeuten Jan Sonntag entwickelt und in Einrichtungen getestet.

Über das interessante Projekt habe ich einen Beitrag im Autorenportal suite101 verfasst. Er wurde, weil das Thema offenbar auf besonders großes Interesse stößt, nun zusätzlich mit einer Empfehlung der Redaktion ausgezeichnet.

Zu den Filmen auf DVD gibt es Begleitmappen, die es ermöglichen, sich mit den Themen weiter zu beschäftigen. Die Anleitungen dazu sind so konzipiert, dass auch Menschen ohne Vorkenntnisse im Umgang mit demenzkranken Menschen es anwenden können. Damit eignet es sich vor allem auch für den Einsatz im ehrenamtlichen Bereich, in Betreuungsgruppen und in Tagespflegegruppen.

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care-comm-Marketing-Tipp 2 für Pflegedienste und Pflegeheime

14. Juni 2010

Mit meinem ersten care-comm-Marketing-Tipp habe ich offenbar ein Thema angesprochen, für das viele ambulante und stationäre Pflegeanbieter gerade Lösungen und Ideen brauchen – ganz herzlichen Dank für das große Interesse und Ihre Anfragen.

Nach wie vor dreht es sich für Pflegeunternehmen immer um die gleiche Frage: Wie schaffen wir durch einen kontinuierlichen „Nachschub“ an Kunden eine verlässliche Geschäftsgrundlage?

Besonders gute Grundlagen für eine nachhaltige Kundengewinnung bieten niedrigschwellige Betreuungsleistungen in Betreuungsgruppen oder in der Tagespflege. Um die Vermarktungsmöglichkeiten in diesen Bereichen geht es im care-comm-Marketing-Tipp 2 – wie immer kurz und knapp gefasst,  im praktischen Rezeptstil.

care-comm-Marketing-Tipp 2

Kundenkreis erweitern mit Tagespflege und Betreuungsgruppe

Entlastungsangebote für pflegende Angehörige werden immer wichtiger: Berufstätige Angehörige, die sich um ihre pflegebedürftigen Eltern oder Großeltern kümmern, suchen Hände ringend nach Betreuungsmöglichkeiten für die Stunden ihrer Abwesenheit.

Kundengewinnung:

Tagespflegeplätze und Betreuungsgruppen gibt es aber noch immer viel zu wenige. Und trotzdem haben viele Pflegeanbieter – ambulant oder stationär – noch immer nicht das Marketingpotenzial erkannt, das im Geschäftsfeld Betreuung schlummert

  • Pflegedienste erhalten sich mit solchen Angeboten ihre Bestandskunden und bekommen außerdem eine Akquise-Plattform, auf der sie offensiv und leichter Neukunden werben und gewinnen können.
  • Pflegeheimen bietet Tagespflege ebenfalls großes Akquise-Potenzial: Hier lernen Tagespflegegäste die Einrichtung kennen: Das Pflegeheim wird erlebbar, erfahrbar auf Schnupperbasis und nach und nach lassen sich so Schwellenängste und eine oft tiefverwurzelte grundsätzliche Abneigung gegen das Leben in einem Seniorenheim abbauen – und Vertrauen aufbauen.

Kommunikation:

Machen Sie Ihre Tagespflege/Betreuungsgruppe(n) publik: Informieren Sie

  • mit Handzetteln und/oder Broschüren überall da, wo Sie Angehörige erreichen: Pinnwand Supermarkt, Apotheke, Bürgerbüros, Mehrgenerationenhäusern und anderen Begegnungsstätten, Vereine, Initiativen
  • Ihre Kunden außerdem im Rundbrief, im Newsletter, im Kundenmagazin über Ihre Tagespflege/Betreuungsgruppe(n) usw.
  • Ihre Kooperationspartner, Ärzte, Therapeuten, Sozialarbeiter usw.
  • die Besucher Ihrer Internetseite (Startseite, Rubrik Aktuelles oder Leistungen)

Weisen Sie dabei immer auf die Möglichkeiten der Kostenerstattung hin (Pflegestufe 0, Verhinderungspflege stundenweise), präsentieren Sie dazu Preise und Kostenbeispiele.

Nutzen Sie zur Verbreitung

  • auch Ihre Socialmedia-Mittel (Twitter, Facebook, Blog usw.)
  • die lokale Presse/Anzeigenblätter: Veranstaltungshinweise (Treffen, Aktivitäten. Ausflüge, Öffnungszeiten usw.)
  • Regen Sie Ihre Mitarbeiter an, das Angebot in Gesprächen mit Kunden, deren Angehörigen und Nachbarn, mit Ärzten, Therapeuten (s.o.) aber auch im eigenen Bekannten- und Freundeskreis bekannt zu machen.

Tagespflege und Betreuungsgruppen sind Bereiche, die sich besonders für die Zusammenarbeit mit ehrenamtlich engagierten Menschen eignen. Wer solche Angebote aufbaut, sollte diese also mit einbinden und ihnen attraktive Möglichkeiten für ihr Engagement bieten, denn ehrenamtliche Mitarbeiter sind wichtige Multiplikatoren für Ihren Pflegedienst oder Ihr Pflegeheim.

Haben Sie Fragen oder brauchen Sie meine Unterstützung? Dann nutzen Sie die Kommentarfunktion oder rufen Sie mich direkt an: 04101/ 51 59 22

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Copyright: Marion Seigel, care-comm