Pflegekunden aus dem Web – Vortrag NPK 2010

17. September 2010

Noch vor fünf Jahren hätte niemand in der Pflegebranche gedacht, dass man als Betreiber eines Pflegedienstes oder Pflegeheims seine Kunden übers Internet gewinnen könnte. Tatsächlich aber steigt die Zahl der Anfragen von Tag zu Tag – das bestätigen nicht nur meine Kunden.

Auch die Besucher beim Niederrheinischen Pflegekongress 2010 in Krefeld registrieren diesen Trend und so zog unser Vortrag zu diesem Thema am ersten Kongresstag so viele Interessierte an, dass Saal 3 im Seidenweberhaus bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Im Duo konnten wir den wichtigen Marketingbereich „Internetauftritt“ für unsere Zuhörer aus unterschiedlichen Perspektiven darstellen: Sven Ott (Foto, rechts) brachte seine Erfahrung als Webdesigner, Suchmaschinenoptimierer und Betreiber von http://www.das-pflegeportal.de ein. Mein Schwerpunkt war die zielgruppen- und online-gerechte Aufbereitung der Inhalte für einen guten Webauftritt.

Herzlichen Dank noch einmal an den Kongressveranstalter Ali Celik von pflege optimal (Foto, links) für die Einladung nach Krefeld.

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PRISCUS-Liste: Ungeeignete Medikamente für ältere Menschen

16. August 2010

„priscus“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „alt, ehrwürdig“. Unter diesem Begriff entwickeln in einem Verbundprojekt Forscher in fachübergreifender Zusammenarbeit neue Therapieansätze: Es geht um Gesundheit im Alter und wie sich die vielen, gleichzeitig auftretenden Krankheiten (Multimorbidität) im höheren Alter behandeln lassen. Darüber gibt es noch zu wenige Erkenntnisse.

Gefördert wird Priscus vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), die Ruhr-Universität Bochum koordiniert alle Forschungsvorhaben.

Drei Jahre nach dem Start ihrer Forschung stellt Prof. Petra Thürmann vom Philipp Klee-Institut für klinische Pharmakologie ein erstes Ergebnis vor: Eine Liste mit 83 Wirkstoffen.

Sie sind enthalten in vielen Medikamenten gegen alterstypische Beschwerden wie hohen Blutdruck, Herzkreislauferkrankungen, Stoffwechselerkrankungen (Diabetes) oder Depressionen, eignen sich aber nicht für ältere Menschen.

Welche Folgen ein Medikamenten-Mix (Wechsel- und Nebenwirkungen) und die schiere Menge und Dosierung der Wirkstoffe für alte Menschen haben kann, davon können Mitarbeiter in Pflegediensten und -heimen berichten (oder in diesem suite101-Beitrag noch einmal lesen).

Verantwortungsvoll handeln im Interesse der Pflegekunden

Wer überprüfen möchte, ob die Medikamente seiner Pflegekunden in die Kategorie „inadäquater Medikation für ältere Menschen“ gehören und vor allem, welche Therapie-Alternativen möglich sind, der kann sich die Liste hier herunterladen:

PRISCUS-Liste

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Im Sinne und Interesse seiner Kunden zu handeln, darf nicht nur als Satz im Pflegeleitbild stehen, sondern sollte gelebte Überzeugung sein. Dafür braucht es manchmal Mut, auf jeden Fall aber stichhaltige Argumente im Dialog mit den Betroffenen, ihren Angehörigen und den Ärzten.

Indem die Mitarbeiter eines Pflegeunternehmens auf mögliche Medikationsreduzierung oder -alternativen hinweisen, verkörpern sie eine Grundhaltung, die Corporate Identity, besonders überzeugend und mehren damit seinen guten Ruf: Kundenvertrauen gewinnen durch verantwortungsvolles Handeln.

Nachtrag 19.08.2010 :
Weil die Betreiber der PRISCUS-Webseite die URL-Adresse des PDF-Dokuments gestern geändert haben, führte die Linkverbindung zur Priscus-Liste für mehrere Stunden offensichtlich zu einer Fehlermeldung. Vielen Dank für den Hinweis!


Sterbehilfe-Diskussion

15. Juli 2010

Nachdem der Bundesgerichtshof Ende Juni in einem Urteil dem Münchner Anwalt Wolfgang Putz und einer Angehörigen recht gegeben hat, die im Pflegeheim den Sondenschlauch ihrer im Koma liegenden Mutter abgeschnitten hatte, ist die Diskussion um Sterbehilfe wieder lauter und heftiger geworden.

Was mich daran stört, ist die Begriffsverwirrung und die dadurch entstehende Polarisierung in Verfechter und Gegner. Deshalb empfehle ich jedem, der in der Pflege arbeitet das Buch von Intensivmediziner Michael de Ridder „Wie wollen wir sterben“

Wer die Zeit dafür nicht hat, der findet das Spiegel-Interview mit dem Autoren vielleicht hilfreich?

Die meisten Menschen möchten nicht im Krankenhaus sterben. Die meisten alten Menschen kommen aber noch immer mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus und müssen dort ihre letzten Stunden verbringen …

Wissen Sie, welcher Ihrer Kunden eine Patientenverfügung hat?

Haben Sie mit Ihren Pflegekunden – und deren Angehörigen – schon einmal darüber gesprochen, was sie als Patienten wünschen, wenn sie selbst nicht mehr entscheiden können?

Haben Sie für sich selbst eine Patientenverfügung verfasst?

Welche Meinung haben Sie als Pflegeprofi zu „Sterbehilfe“ oder „Sterben zulassen“?

Und wie gehen Sie in Ihrem Pflegedienst oder in Ihrem Pflegeheim damit um?

Ihre Meinung und Ihre Erfahrungen interessieren mich sehr und ich würde mich über eine faire, interessante und offene Diskussion sehr freuen …


care-comm-Marketing-Tipp 2 für Pflegedienste und Pflegeheime

14. Juni 2010

Mit meinem ersten care-comm-Marketing-Tipp habe ich offenbar ein Thema angesprochen, für das viele ambulante und stationäre Pflegeanbieter gerade Lösungen und Ideen brauchen – ganz herzlichen Dank für das große Interesse und Ihre Anfragen.

Nach wie vor dreht es sich für Pflegeunternehmen immer um die gleiche Frage: Wie schaffen wir durch einen kontinuierlichen „Nachschub“ an Kunden eine verlässliche Geschäftsgrundlage?

Besonders gute Grundlagen für eine nachhaltige Kundengewinnung bieten niedrigschwellige Betreuungsleistungen in Betreuungsgruppen oder in der Tagespflege. Um die Vermarktungsmöglichkeiten in diesen Bereichen geht es im care-comm-Marketing-Tipp 2 – wie immer kurz und knapp gefasst,  im praktischen Rezeptstil.

care-comm-Marketing-Tipp 2

Kundenkreis erweitern mit Tagespflege und Betreuungsgruppe

Entlastungsangebote für pflegende Angehörige werden immer wichtiger: Berufstätige Angehörige, die sich um ihre pflegebedürftigen Eltern oder Großeltern kümmern, suchen Hände ringend nach Betreuungsmöglichkeiten für die Stunden ihrer Abwesenheit.

Kundengewinnung:

Tagespflegeplätze und Betreuungsgruppen gibt es aber noch immer viel zu wenige. Und trotzdem haben viele Pflegeanbieter – ambulant oder stationär – noch immer nicht das Marketingpotenzial erkannt, das im Geschäftsfeld Betreuung schlummert

  • Pflegedienste erhalten sich mit solchen Angeboten ihre Bestandskunden und bekommen außerdem eine Akquise-Plattform, auf der sie offensiv und leichter Neukunden werben und gewinnen können.
  • Pflegeheimen bietet Tagespflege ebenfalls großes Akquise-Potenzial: Hier lernen Tagespflegegäste die Einrichtung kennen: Das Pflegeheim wird erlebbar, erfahrbar auf Schnupperbasis und nach und nach lassen sich so Schwellenängste und eine oft tiefverwurzelte grundsätzliche Abneigung gegen das Leben in einem Seniorenheim abbauen – und Vertrauen aufbauen.

Kommunikation:

Machen Sie Ihre Tagespflege/Betreuungsgruppe(n) publik: Informieren Sie

  • mit Handzetteln und/oder Broschüren überall da, wo Sie Angehörige erreichen: Pinnwand Supermarkt, Apotheke, Bürgerbüros, Mehrgenerationenhäusern und anderen Begegnungsstätten, Vereine, Initiativen
  • Ihre Kunden außerdem im Rundbrief, im Newsletter, im Kundenmagazin über Ihre Tagespflege/Betreuungsgruppe(n) usw.
  • Ihre Kooperationspartner, Ärzte, Therapeuten, Sozialarbeiter usw.
  • die Besucher Ihrer Internetseite (Startseite, Rubrik Aktuelles oder Leistungen)

Weisen Sie dabei immer auf die Möglichkeiten der Kostenerstattung hin (Pflegestufe 0, Verhinderungspflege stundenweise), präsentieren Sie dazu Preise und Kostenbeispiele.

Nutzen Sie zur Verbreitung

  • auch Ihre Socialmedia-Mittel (Twitter, Facebook, Blog usw.)
  • die lokale Presse/Anzeigenblätter: Veranstaltungshinweise (Treffen, Aktivitäten. Ausflüge, Öffnungszeiten usw.)
  • Regen Sie Ihre Mitarbeiter an, das Angebot in Gesprächen mit Kunden, deren Angehörigen und Nachbarn, mit Ärzten, Therapeuten (s.o.) aber auch im eigenen Bekannten- und Freundeskreis bekannt zu machen.

Tagespflege und Betreuungsgruppen sind Bereiche, die sich besonders für die Zusammenarbeit mit ehrenamtlich engagierten Menschen eignen. Wer solche Angebote aufbaut, sollte diese also mit einbinden und ihnen attraktive Möglichkeiten für ihr Engagement bieten, denn ehrenamtliche Mitarbeiter sind wichtige Multiplikatoren für Ihren Pflegedienst oder Ihr Pflegeheim.

Haben Sie Fragen oder brauchen Sie meine Unterstützung? Dann nutzen Sie die Kommentarfunktion oder rufen Sie mich direkt an: 04101/ 51 59 22

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Erfahren Sie, wie Sie Ihr Marketing noch weiter verbessern können: weitere care-comm-Marketing-Tipps

Copyright: Marion Seigel, care-comm


Warum Pflegedienste und Pflegeheime das Internet brauchen

28. Mai 2010

Das ist wahrscheinlich die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird in meinen Beratungsprächen mit Kunden. Deshalb habe ich darüber einen Fachartikel verfasst, den ich hier nun zur Verfügung stelle:

Internet bringt den Pflegediensten und Pflegeheimen Kunden

Die Nachfrage im Netz nach pflegerischer Versorgung boomt. Aber längst nicht alle ambulanten und stationären Pflegeanbieter profitieren auch davon. Denn sie präsentieren sich nicht im Internet.

Dass ein Pflegeunternehmen keine Internetseite braucht, weil Mund-zu-Mund-Werbung schon für Kunden sorgt, ist eine inzwischen überholte Annahme. Ambulanten Pflegediensten und stationären Einrichtungen fällt Kundenakquise zunehmend schwerer, wenn sie kein eigenes „Schaufenster“ im virtuellen Raum  haben.

Die Babyboomer unterwegs im Internet

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Das Kundenverhalten hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert – und dieser Prozess ist noch längst nicht abgeschlossen, er gewinnt sogar noch weiter an Dynamik. Diese Entwicklung verdankt die Pflegebranche übrigens zwei Faktoren.

  • Das Internet wird in allen Bevölkerungschichten mehr und mehr im Alltag akzeptiert und für die Suche nach Informationen intensiv genutzt.
  • Die demographische Entwicklung beschert Pflegeunternehmen eine in den nächsten zehn Jahren enorm wachsende Zielgruppe: die geburtenstarken Jahrgänge, auch Babyboomer genannt.

Pflegeplätze und ambulante Versorgung suchen und finden im Internet

Natürlich sind die heute 50- bis 65-Jährigen zu jung fürs Pflegeheim und brauchen gewiss keine pflegerische Versorgung zu Hause. Sie sind aber diejenigen, die sich jetzt gerade auf die Suche machen müssen nach Heimplätzen und Pflegediensten für ihre Eltern, die zwischen 75 und 90 Jahre alt sind.

So forscht derzeit die 68er-Generation am PC nach ambulanter Versorgung, nach Tagespflegeangeboten, Möglichkeiten für Kurzzeitpflege, nach Pflegeheimen, betreutem Wohnen, Seniorenwohnprojekten oder Demenz-Wohngemeinschaften. Das Besondere an dieser Generation ist: Ihre Vertreter sind kritisch, anspruchsvoll und nicht so leicht zu überzeugen. Ganz anders als deren Eltern, eine  anpassungsfähige Kriegsgeneration, aufgewachsen im Mangel, die gelernt hat, sich zu bescheiden und sich leichter abzufinden mit den Gegebenheiten.

Beim Anbietervergleich im Internet mit nutzwertigen Inhalten punkten

Pflegeanbieter müssen sich also auf eine wache, nachfragende, wissbegierige Kundschaft einrichten,

  • die ein Unternehmen ohne Internetpräsenz weder wahr noch wirklich ernst nimmt,
  • die beim Anbietervergleich im Internet ein Unternehmen nach der Qualität seiner Website beurteilt.

Neben Unterhaltung und Austausch in sozialen Netzwerken bietet das Internet vor allem eines: Informationen in Hülle und Fülle. Internetnutzer erwarten, dass Inhalte kostenlos bereitgestellt werden und dabei gut aufbereitet und informativ sind. Die Masse von Infomationen zwingt sie allerdings zur Auswahl zwischen hochwertigen Angeboten und solchen mit unzureichendem Infomationsgehalt.

Suchmaschinen wie google helfen ihnen bei dieser Auswahl. Sie untersuchen laufend Inhalte von Webseiten (Content). Sie bewerten diese aufgrund bestimmter Qualitätskriterien und ordnen sie nach ihrer Relevanz in Ergebnislisten. Hält der Internetauftritt eines Pflegeunternehmens Inhalte mit einem hohen Nutzwert für seine Besucher bereit, dann wirkt sich das positiv aus:

  • Die Suchmaschinen platzieren solche Internetseiten weit vorne in den Ergebnislisten mit dem Erfolg, dass sie viele Besucher erhalten.
  • Hochwertige Informationen vermitteln den Besuchern die fachliche Kompetenz des Anbieters und erzeugen so Vertrauen.
  • Pflegeunternehmen haben auf diese Weise die besten Chancen, aus der wachsenden Zahl ihrer Website-Besucher Kunden zu akquirieren. Zusätzlich profilieren sie sich gegenüber Mitbewerbern, die nicht oder nur unzureichend informieren.