care-comm-Marketing-Tipp 4 für Pflegeunternehmen

7. April 2011

Pflegekosten steuerlich absetzbar – wissen Ihre Pflegekunden Bescheid?

Wer seine Pflegekunden und deren Angehörige gut und umfassend zu allen Fragen rund um die Pflege und deren Finanzierung beraten möchte, der tut gut daran, sich ausreichend über die steuerlichen Aspekte zu informieren. Auf diese Weise vermitteln Sie Ihren (potenziellen), Kunden,  dass Ihr Unternehmen sich um alle Kundenbelange sorgfältig kümmert und alles Notwendige bedenkt und stets im Auge behält – besser kann man Vertrauen nicht bilden.

Wenn ein Angehörige pflegebedürftig wird, dann kommen jede Menge Kosten auf die Familie zu. Kaum jemand aber weiß, dass die finanziellen Aufwendungen für die Pflege und Betreuung nicht nur der Pflegebedürftige zum Teil steuerlich geltend machen kann. Auch die Angehörigen können von den Kosten, die sie übernehmen 20 % absetzen.

Außergewöhnliche Belastungen absetzbar

Wie auch Krankheitskosten, zählen folgende Aufwendungen zu den außergewöhnliche Belastungen (Einkommensteuererklärung, Mantelbogen, Seite 4): Kosten für Pflegedienste, Einrichtungen der Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege oder niedrigschwellige Betreuungsleistungen. Ebenso Kosten für die Unterbringung in einem Pflegeheim, allerdings erst, wenn eine Pflegestufe vorliegt.

Auch  haushaltsnahe Dienstleistungen können geltend gemacht werden, soweit sie im Rahmen der Pflege- und Betreuungsleistungen erbracht werden, z.B. die Pflege, Versorgung und Betreuung von Personen, die Zubereitung von Mahlzeiten im Haushalt, die Reinigung der Wohnung, die Begleitung bei Einkäufen sowie kleinere Botengänge.

Absetzbar ist, was Kunden selbst zahlen

Es handelt sich dabei aber nur um solche Kosten, die selbst von den Angehörigen getragen werden – die Erstattungen der Pflegeversicherung zählen nicht dazu. Der Betrag, der steuerlich absetzbar ist, ist auf 20 Prozent der Pflegekosten pro Jahr begrenzt. Der Steuervorteil gilt für Gesamtkosten bis zu einer Höhe von 20.000 Euro, damit könnten maximal 4.000 Euro abgezogen werden. Eine Pflegestufe muss dafür nicht nachgewiesen werden.

Auftraggeber muss klar ersichtlich sein

Pflegekosten sind dann aber nur absetzbar, wenn ein Angehöriger die Betreuungs- und Pflegekosten zahlt und er auch als Auftraggeber der Leistungen in den an ihn gerichteten Rechnungen erkennbar ist. Die Zahlung muss zudem nachweisbar sein, also sollten die Rechnungsbeträge überwiesen werden – Barzahlungen werden nämlich nicht anerkannt.

Außerdem müssen die Pflege- und Betreuungsleistungen im Haushalt des Angehörigen oder des Pflegebedürftigen erbracht werden. Das kann auch der eigenständige und abgeschlossene Haushalt z.B. in einer Einrichtung mit betreutem Wohnen sein.

Wer eine dauerhaft hilflose Person unentgeltlich pflegt, der kann einen Pflege-Pauschal-Betrag in Höhe von 924 Euro geltend machen. Teilen sich mehrere diese Aufgabe, dann müssen sie auch den Pausch-Betrag teilen.

TIPP:

Wenn Sie bislang in Beratungsgesprächen das Thema Steuern nicht angesprochen haben, dann legen Sie doch mit der nächsten Monatsabrechnung Ihre „Steuer-Spar-Tipps“ als Infoblatt bei. Ihre Kunden werden sich freuen.

Erfahren Sie, wie Sie Ihr Marketing noch weiter verbessern können: weitere care-comm-Marketing-Tipps

Copyright: Marion Seigel, care-comm

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Fachartikel über Social Media für Pflegeunternehmen

11. März 2011

Immer mehr Menschen nutzen ganz selbstverständlich Facebook und andere soziale Netzwerke im Internet.

Die Zahl der älteren Menschen, die sich in diesen Netzwerken bewegen, wächst schneller als in allen anderen Altersgruppen.

Und der begehrte Pflegenachwuchs informiert sich hier zunehmend über Ausbildungswege und -angebote.

Und so müssen sich nun Pflegeanbieter mit dem Gedanken anfreunden, sich diesen beiden Zielgruppen auch auf diesem Wege zu nähern.

Zum Start sollte man sich dazu folgende Fragen stellen:

  • Bietet der Internetauftritt unserer Pflegeeinrichtung oder unseres Pflegedienstes inhaltlich die richtigen Voraussetzungen, d.h. bietet er auf die Fragen unserer Besucher die richtigen Antworten?
  • Entspricht unser Internetaufritt den technischen Anforderungen für die Einbindung von Social-Media-Anwendungen?

 

Informieren Sie sich umfassend über die Marketingpotenziale von social media – twitter, facebook, blog und Co. – im Bereich der Pflege.

Lesen Sie dazu auch meinen Fachbeitrag, der in der Zeitschrift Häusliche Pflege erschienen ist: „Pflegekunden aus dem Netz fischen“ .

Oder lassen Sie sich individuell beraten: Tel. 04101/515922.


PRISCUS-Liste: Ungeeignete Medikamente für ältere Menschen

16. August 2010

„priscus“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „alt, ehrwürdig“. Unter diesem Begriff entwickeln in einem Verbundprojekt Forscher in fachübergreifender Zusammenarbeit neue Therapieansätze: Es geht um Gesundheit im Alter und wie sich die vielen, gleichzeitig auftretenden Krankheiten (Multimorbidität) im höheren Alter behandeln lassen. Darüber gibt es noch zu wenige Erkenntnisse.

Gefördert wird Priscus vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), die Ruhr-Universität Bochum koordiniert alle Forschungsvorhaben.

Drei Jahre nach dem Start ihrer Forschung stellt Prof. Petra Thürmann vom Philipp Klee-Institut für klinische Pharmakologie ein erstes Ergebnis vor: Eine Liste mit 83 Wirkstoffen.

Sie sind enthalten in vielen Medikamenten gegen alterstypische Beschwerden wie hohen Blutdruck, Herzkreislauferkrankungen, Stoffwechselerkrankungen (Diabetes) oder Depressionen, eignen sich aber nicht für ältere Menschen.

Welche Folgen ein Medikamenten-Mix (Wechsel- und Nebenwirkungen) und die schiere Menge und Dosierung der Wirkstoffe für alte Menschen haben kann, davon können Mitarbeiter in Pflegediensten und -heimen berichten (oder in diesem suite101-Beitrag noch einmal lesen).

Verantwortungsvoll handeln im Interesse der Pflegekunden

Wer überprüfen möchte, ob die Medikamente seiner Pflegekunden in die Kategorie „inadäquater Medikation für ältere Menschen“ gehören und vor allem, welche Therapie-Alternativen möglich sind, der kann sich die Liste hier herunterladen:

PRISCUS-Liste

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Im Sinne und Interesse seiner Kunden zu handeln, darf nicht nur als Satz im Pflegeleitbild stehen, sondern sollte gelebte Überzeugung sein. Dafür braucht es manchmal Mut, auf jeden Fall aber stichhaltige Argumente im Dialog mit den Betroffenen, ihren Angehörigen und den Ärzten.

Indem die Mitarbeiter eines Pflegeunternehmens auf mögliche Medikationsreduzierung oder -alternativen hinweisen, verkörpern sie eine Grundhaltung, die Corporate Identity, besonders überzeugend und mehren damit seinen guten Ruf: Kundenvertrauen gewinnen durch verantwortungsvolles Handeln.

Nachtrag 19.08.2010 :
Weil die Betreiber der PRISCUS-Webseite die URL-Adresse des PDF-Dokuments gestern geändert haben, führte die Linkverbindung zur Priscus-Liste für mehrere Stunden offensichtlich zu einer Fehlermeldung. Vielen Dank für den Hinweis!